Carmens Freund

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Carmens Freund

Carmens Freund

Andreas

Das junge Pärchen schlenderte Hand in Hand durch den Park. Vereinzelte Schneeglöckchengruppen zeigten zaghafte Blütenansätze, als ob sie dem vorfrühlingshaften Wetter noch nicht so ganz über den Weg trauten. Carmen schien in dieser Hinsicht optimistischer zu sein. An diesem sonnigen Februartag hatte sie einen kurzen Rock angezogen, der die Blicke der Spaziergänger auf ihre wohlgeformten Beine lenkte. Natürlich trug Carmen eine blickdichte Strumpfhose, da die Höchsttemperatur nach Fabians Smartwatch bei kühlen sechs Grad lag. Fabian lächelte zufrieden. Carmen war wie ausgewechselt, seit ihr besonderes Meeting mit Fabians Schwester Ramona stattgefunden hatte. Bei dem Gedanken daran stieg nicht nur sein Blutdruck in bedenkliche Höhen. Carmen gab ihm offiziell die Erlaubnis, sie hin und wieder an Versäumnisse zu erinnern. Um der Sache Nachdruck zu verleihen, drückte sie Fabi eine solide Haarbürste in die Hand. Er hatte sie seitdem nicht allzu oft benutzt. Das lag nicht unbedingt an Carmens Bravheit. Fabian mochte es lieber, wenn er Carmens Po mit seiner eigenen Handfläche bearbeiten konnte. Mit diesem hübschen Bild vor Augen drehten die jungen Leute eine weitere Runde um den See.

Mittlerweile waren nur noch wenige Menschen unterwegs, da es auf die Mittagszeit zuging. Carmen drückte Fabis Hand. Das tat sie immer, wenn ihr etwas durch den Kopf ging. Sie drehte ihren Kopf zu Fabian, bis ihre Lippen sein rechtes Ohr berührten. „Hattest du nicht gesagt, dass du noch etwas mit mir klären wolltest?“ Fabian grinste. Dass Carmen ihn an sein Versäumnis erinnerte, schien dem jungen Mann offensichtlich zu gefallen. „Das stimmt. Du warst ziemlich vorlaut in letzter Zeit und ich habe dir deswegen einen Povoll angedroht!“ Carmen schenkte Fabi ein schüchternes Lächeln. „Vielleicht ist jetzt der richtige Zeitpunkt dafür. Es sind kaum noch Leute zu sehen und die Sonne scheint auch so schön.“ Fabian schien zu überlegen. Dann deutete er mit ausgestrecktem Zeigefinger auf ein kleineres Gebäude, das zu einem Bootsverleih gehörte. Fabian wusste, dass es in der Hauptsaison als Kassenhäuschen benutzt wurde. Der Inhaber des Bootsverleihs kassierte in der engen Hütte die Gebühren für seine Ruder und Tretboote ein, die ihm in den Sommermonaten ein gutes Einkommen bescherten. „Vielleicht ist die Türe unverschlossen. Wir sehen mal nach!“

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