Dackel für Lisa

Ob das gut geht? – Teil 1

24 6-11 Minuten 0 Kommentare
Dackel für Lisa

Dackel für Lisa

Jo Diarist

Wie immer sondere ich mich etwas ab von den Selbstdarstellern, die die drei Frauen unserer Klasse umschwärmen. Es ist mir einfach zu dumm, mich bei denen einzureihen und aufzuführen, als wäre ich noch ein Teenager. Keiner hier ist unter fünfunddreißig. Viele haben Familie und doch hat es hauptsächlich eine der Frauen den meisten Männern angetan, obwohl sie wissen, dass sie auch einen Mann und zwei Kinder hat.
Gut, ganz schuldlos an diesem Verhalten ist die Frau nicht, denn sie weiß sich sehr wohl in Szene zu setzen. Das weckt natürlich Begehrlichkeiten bei einigen Männern, die das als Einladung ansehen.

Jetzt ziehen sie los in die Stadt. Einige werden sich etwas zu essen holen, andere gehen in die Einkaufpassage und das werden die sein, die Lisa nachtrotten wie die Dackel ihrer Herrin.
Ich bleibe allein am Stehtisch zurück, meine Brotbüchse und einen Kaffee aus dem nebenstehenden Automaten vor mir. Die Arbeitslosigkeit und lange Krankenzeit erlaubt mir unnötige Ausgaben nicht. Erst dieser Trümmerbruch im Fuß und nach der Ausheilung die Kopfsache. Ich kann einfach nicht mehr so sicher in meinem erlernten Beruf als Zimmermann agieren.
Rein medizinisch wäre alles in Ordnung wird mir immer wieder gesagt, aber tja, mein Unterbewusstsein sieht das anders.
So bin ich in dieser Umschulung zum technischen Zeichner gelandet. Finanziert über das Arbeitsamt, und wenn ich gut abschließe, habe ich auch einen Job in Aussicht, aber bis dahin sind die Finanzen klamm.

Die Truppe hat den Raum noch nicht verlassen, da bleibt Lisa stehen und sieht zu mir rüber. Ihre Dackel ratlos stehen lassend kommt sie zu mir und fragt:
„Gehst du nicht mit in die Stadt?“
Für einen Moment bin ich überfordert, weil ich mir nicht erklären kann, warum sie das interessiert, aber dann:
„Nein, ich habe hier alles, was ich brauche“, entgegne ich auf die belegten Brote und Kaffee deutend.
„Willst du nicht lieber etwas Warmes zum Mittag? Wir könnten zu McDonald's gehen“, bietet sie an.
Warum auch immer, mir entfährt ein leises Lachen und mit sarkastischem Unterton gebe ich genervt zurück:

Klicke auf das Herz, wenn
Dir die Geschichte gefällt
Zugriffe gesamt: 1512

Sie müssen sich anmelden, um Kommentare hinzuzufügen.

Gedichte auf den Leib geschrieben