Die Ankunft

Parallele Dimensionen - Teil 1

31 19-29 Minuten 0 Kommentare
Die Ankunft

Die Ankunft

Emil Lorenz

Es war nicht wie immer, es war heiß, verdammt heiß sogar. Der Weg zum Haus zog sich an gepflegten Blumenbeeten vorbei, stetig ansteigend zu 4 Stufen nach oben, die dann vor einer überdachten Eingangstüre endeten.
Ich klingelte einmal, zweimal und wartete. Es dauerte keine Minute, dann öffnete sich die Tür. Das Erste, was ich sah, waren große hellblaue Augen, die wie mit silbrigem Nebel überzogen schienen. Diesen scheinbar stechenden Blick, der sofort auffiel, mir zumindest. Dann waren da diese vollen Lippen, die sich augenblicklich zu einem Lächeln verzogen, die leicht rötlichen, schulterlangen Haare, die sich in Locken um ein edles, sehr schönes Gesicht schmiegten. Und dann waren da noch ihre Brüste, die sich voll und drängend unter einem eng anliegenden weißen T-Shirt abzeichneten. Ich hätte schwören können, dass da kein BH drunter seine Arbeit verrichtete. Das war entweder teuer gewesen, oder die Natur hatte es verdammt gut mit ihr gemeint. Meine Augen hatten ihren optischen Rundgang beendet und schlossen ihn mit einem Lächeln und in ihren Augen ab. Ich stand keine zwei Meter von ihr entfernt und sah sie an. Es war mir völlig entfallen, dass es wohl an mir gewesen wäre, etwas zu sagen. Eine Minute kann dabei verdammt lange sein.
„Hast Du geklingelt?“, fragte sie.
„Ja.“
„Und?“, sie sah mich erwartungsvoll an.
„Guten Morgen“, sagte ich irgendwie abwesend.
„Und?“, ihre Augen verzogen sich belustigt.
„Ja, da wäre ich dann“, immer noch irgendwie verdammt abwesend.
„Und?“, jetzt zogen sich auch noch ihre Augenbrauen nach oben, und das machte die Augen darunter noch ein bisschen größer, ein bisschen weniger stechend. Ich war ganz woanders. Mein Kopfkino hatte sich längst verselbstständigt, mein Schwanz steckte schon zwischen diesen vollen Lippen und entlud sich zuckend. Sie räusperte sich hörbar. Es dauerte noch eine Sekunde, dann war ich wach, endlich, viel zu spät, viel zu peinlich, aber ich war jetzt wach.
„Verzeihung, ich bitte vielmals um Entschuldigung, ich bin der Elektriker, Firma Vendrigg. Wir hatten für heute einen Termin.“ Ich warf einen kurzen Blick auf meine Uhr, sah wieder zu ihr hoch und ergänzte nun wieder ganz bei mir:

Klicke auf das Herz, wenn
Dir die Geschichte gefällt
Zugriffe gesamt: 3206

Sie müssen sich anmelden, um Kommentare hinzuzufügen.

Gedichte auf den Leib geschrieben