Diesen Tag, werde ich wohl mein ganzes Leben nicht vergessen, da sich an dem Tag für mich alles änderte.
Ich, Franka Hebbe, bin 32 Jahre Krebs vom Sternzeichen her und das mit Überzeugung.
Der richtige Mann war mir bislang nicht über den Weg gelaufen, wobei es schon einige gab, mit denen ich mir ein gemeinsames Leben hätte vorstellen können.
Ich hatte mir für das Wochenende vorgenommen, meine Balkonkästen mit den ersten Blüten zu bepflanzen und das waren bei mir schon seit Jahren Stiefmütterchen.
Das Gartencenter war nicht weit und so machte ich mich mit meinem kleinen Mazda schon morgens kurz nach neun Uhr auf den Weg.
Da ich die Erde tauschen wollte, packte ich für die drei Blumenkästen zwei Säcke a 20 l in den Einkaufswagen. Danach die Stiefmütterchen!
Pro Kasten brauchte ich erfahrungsgemäß 6 Pflanzen, oder je nach Größe auch 8 Pflanzen. Ich liebte eine üppige Blütenpracht und sehr bunt musste es sein.
Am schönsten fand ich eine relativ neue Züchtung in Orange, dazu blaue und gelbe Pflanzen. Ich steuerte im Außengelände auf die Tische mit den Stiefmütterchen zu und sah schon von Weitem die orangefarbenen Blüten meiner Lieblingsfarbe. Gleichzeitig sah ich aber auch, dass nur noch sechs Stück vorhanden waren. Ok, sechs Stück würden für mich reichen, von den anderen Farben waren genug da.
Ich beschleunigte meine Schritte, musste aber um mehrere Tische herumkurven, und als ich endlich am Ziel war, waren meine Blumen weg.
Ungläubig blickte ich zu dem Herrn, der vor mir am Tisch stand und gerade die letzten beiden Pflänzchen in seinen Wagen stellte.
„Halt, das sind meine Stiefmütterchen, ich habe sie zuerst gesehen!“ , keifte ich mit hoher und sich überschlagender Stimme. Wobei mir im selben Moment bewusst wurde, wie lächerlich mein Ausruf war.
Der Mann drehte sich langsam zu mir um und ich verlor bei seinem Anblick erneut die Kontenance.
Der Mann, der da jetzt vor mir stand, schien geradezu aus einem Männermagazin entsprungen zu sein. Dieses scharmante Lächeln und die ebenmäßigen weißen Zähne lösten bei mir eine Starre aus, sodass ich ihn mit offenem Mund anblickte. Meine Zunge klebte in meiner Mundhöhle, so staubtrocken war mein Rachen auf einmal.
Ein unvergessliches Zusammentreffen
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Ein unvergessliches Zusammentreffen
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