An Weihnachten wollte die Domina heiraten. Sie hatte genug gespart, um allen Sklaven für immer „Tschüs“ zu sagen.
Nicht ohne Wehmut verschickt sie die Verlobungsanzeige in der Form eines Adventskalenders. Ihre erste Idee war ein gekauftes Märchenschloss, das sie mit einem prächtigen Aktfoto von sich unterlegte. Die geöffneten Fenster zeigten auf dezente Weise nur winzige Details ihres immer noch jugendlich wirkenden Körpers
Aber Sie war mit dem Ergebnis nicht zufrieden. In jede Luke kam nun stattdessen ein buntes Präservativ, der letzte vom 24. Dezember war mit Juckpulver präpariert.
Sie verwarf auch diesen Einfall; die Sklaven sollten den Ernst der Situation erfassen. Sie kopierte stattdessen das altbekannte Weihnachtslied:„Sah ein Knab´ ein Röslein stehn“, zerschnitt das Blatt in 24 Puzzlestücke und verteilte sie im Kalender. Am Heiligabend konnte ein gebildeter Mensch alle Strophen wiedervereinigen.
Insider wurden durch die zarte Anspielung der Zeile „Röslein sprach ich steche dich“ an die Qualen vergangener Zeiten erinnert.
Nicht mehr lange und das andere Leben konnte beginnen. Sie freute sich schon darauf, endlich die neuen Sachen die sie eingekauft hatte auch tragen zu können.
Die alten Klamotten hatten endgültig ausgedient und wurden umweltbewusst entsorgt.
Die Ledersachen übergab sie den „Hell Drivers“, diverse Halsbänder dem ortsansässigen Rassehunde Verein. Die Peitschen und Klammern wurden dem gastierenden Zirkus überlassen. Statt der hohen, schwarzen Lackstiefel wollte sie fortan zu Hause nur noch bequeme, rosa Plüschpantöffelchen tragen, so kuschelig- weich wie kleine Kaninchen.
Die engen, kalten Latexhosen und die kratzenden Lurexblusen übergab sie der Kleiderkammer der Heilsarmee und ersetzte sie durch einen Hausanzug aus weichem Samt, er war so nachgiebig und warm und sie fühlte sich so wohl darin wie in Omas Angoraunterwäsche.
Das endgültige Aus für Strapse & Co war gekommen. Sie warf sie einfach in den Mülleimer. Stattdessen hüllten handgestrickte Wollsocken aus reiner, naturbelassener Schafwolle ihre zierlichen Füße ein.
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