„Lauft nicht weg, bin gleich wieder da.“ Und schon war die Badezimmertür wieder geschlossen.
Bernd bot mir einen Drink aus der Minibar an. Ich nahm dankbar an, hatte bisher nur den Zombie und musste mir ein wenig Mut einflößen.
„Mach's dir bequem“, sagte er, und mir war nicht klar, ob er meinte, dass ich ablegen oder mich einfach nur in einem Sessel niederlassen solle. Ich entschied mich für den Sessel. Er nahm den anderen. Wir plauderten noch ein Weilchen ziemlich belangloses Zeug, bis endlich Karin dazu kam. Um die Haare hatte sie ein Handtuch zum Turban geknüpft. Das war aber auch alles, was sie trug. Ich schluckte.
„Ist dir nicht warm?“
O ja, mir war warm, verdammt warm, aber daran hätte auch fehlende Kleidung nichts verändert. So einen Kaltstart hatte ich noch nie. Alle meine bisherigen Eroberungen hatte ich sorgfältig geplant, es hatte sich nie etwas so spontan und so schnell entwickelt.
‚Ach, was soll's, ich bin doch kein grüner Junge mehr, wird schon!‘ sprach ich mir selbst Mut zu.
Laut sagte ich, „Bernd hat mir schon erzählt, was passiert ist. Da habe ich ja richtig Glück gehabt.“ Uups, das sollte so eine Art Komplement werden, hörte sich jetzt aber doch etwas verunglückt an. „Äh, ich meine, dass ich jetzt die Gelegenheit habe, so eine tolle Frau kennen zu lernen. Ah ...wie seid ihr denn überhaupt auf mich gekommen?“
„Na ja, erstens, hast du heute Morgen in der Dusche einen sehr interessierten Eindruck gemacht“, Karin kicherte, „bist übrigens nicht der perfekte Beobachter, für den du dich hältst, hast noch zwei Tattoos übersehen. Aber vielleicht findest du die ja noch. - Zweitens, bist du von den hier rumlungernden Solo-Männern offenbar der jüngste!“
Ich muss in dem Moment wohl sehr sparsam geschaut haben, denn sie schob grinsend nach: „Guck nicht so verschreckt, ich stehe auf junges Gemüse.“
Jetzt schaute ich wohl erst recht verstört, denn sie setzte zum dritten Mal an: „Keine Angst, für Heinrich ist das o.k., dem wird auch nichts weggenommen. Das hier ist nur das ‚Dessert‘, alle paar Monate - den Hauptgang gibt’s zu Hause häufig und gut.“
Ich fing mich wieder und entgegnete, keck klingen wollend, „Junges Gemüse? Die paar Jahre Unterschied … wie alt seid ihr überhaupt.“ Ich schätzte sie ja auf etwa 50.
Regine B. – Das Spiel geht weiter
Peep - Das Haus der 80 Augen
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