Unser Abendessen wird kärglich, denn ich habe nicht mit Besuch gerechnet, und der Kühlschrank ist fast leer. Einkaufengehen wollte ich nämlich erst morgen. Natürlich biete ich an, Lilly stattdessen in den Biergarten einzuladen, doch das wird rundum abgelehnt. „Das Einzige, wo ich heute noch mit dir hingehe, ist ins Bett“, erklärt sie mir bestimmt, mit einem zweideutigen Lächeln, während wir den Tisch decken. Na ja, zumindest zwei Flaschen Bier, etwas Brot, Wurst und Käse sind noch da. So wird es ein spartanisches, doch anregendes Mahl, was weniger an den Zutaten, als an der Art des Essens liegt, denn irgendwann fängt Lilly an, mir einen kleinen Happen Brot mit Wurst in den Mund zu stecken. Natürlich hält sie mir ihre Finger dabei so lange hin, dass ich sie genüsslich anknabbern kann. Umgekehrt nascht sie mehr von meinen Fingerspitzen, als vom Käsestückchen, das ich ihr gereicht habe. Das neckische kleine Spiel lässt es wunderbar kribbeln, nicht nur in meinem Bauch, sondern gleich noch eine Etage tiefer, was bei meinem Gast wohl nicht anders ist.
„Apropos Bett“, fällt mir ein, „Ich muss das Reisebett im Arbeitszimmer ja auch noch aufblasen.“ „Wieso hast du kein Bett?“, fragt Lilly fast unschuldig. Ich bin erstaunt: „Doch schon … aber hast du kein Problem damit, es ist schließlich unser … also mein …“ „Wieso?“ unterbricht sie mich, „Es ist doch ein Bett wie jedes andere auch … oder möchtest du lieber nicht?“ Ich wollte noch ‚Ehebett‘ sagen, doch Lilly hat auch so verstanden, worauf ich hinauswill. Dabei gefällt mir die Vorstellung plötzlich ausgesprochen gut, nach all den Trauerspielen der letzten Monate dort heute Nacht im wahrsten Sinne des Wortes einige Lust-Spiele aufzuführen. Nein, ein schlechtes Gewissen habe ich längst nicht mehr. „Mit dir würde ich fast überall vögeln“, grinse ich sie frech an. „Das hab’ ich gemerkt“, grinst sie genauso frech zurück, während ihre rechte Hand wie beiläufig über die Stelle des Esstisches streicht, an der wir es gestern noch vor dem Frühstück so herrlich miteinander getrieben haben, und eine Pfütze meiner Entladung zurückgeblieben war.
Start in eine lustvolle Zukunft
Ein Treuetest - Teil 4
43 13-21 Minuten 0 Kommentare

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